Make a distinction and a universe comes into being.

 

G. Spencer Brown

 

 

 

Das Quadrantenmodell

 

Ein Hilfsmittel in der erweiterten systemischen Landschaft bietet das „Quadrantenmodell“ an (Dietrich, 2016). Angelehnt an die vier allgemeinen Wirkfaktoren der Psychotherapie (Grawe, 2004) stellen in diesem Modell die Quadranten (Q1-Q4) mögliche Richtungen des Therapieprozesse dar:

  • Ressourcenaktivierung (Q1): Der Klient kann sich in der Therapie in seiner Stärke und in seinen positiven Seiten erfahren und die Frage wozu er positiv motiviert ist und wofür er gute Voraussetzungen mitbringt, ist zentral.
  • Prozessuale Aktivierung (Q2): Die problematischen Wirklichkeitskonstruktionen, die das leidvolle Erleben des Klienten erzeugen, können dann am Wirksamsten verändert werden, wenn sie real zum Erleben gebracht und in der Therapie bearbeitet werden.
  • Problembewältigung (Q3): Der Klient wird darin unterstützt, mit den Aspekten seines Erlebens, die er als problematisch erlebt, besser fertig zu werden wodurch sein Selbstwirksamkeitserleben (Bandura, 1977) erhöht wird.
  • Motivationale Klärung (Q4): Der Klient lernt die Funktionalität seines Erlebens und Verhaltens in Bezug auf seine bewussten und unbewussten Ziele zu verstehen. Dadurch wird auch das in der Salutogenese beschriebene Kohärenzerleben (Franke & Antonovsky, 1997) gefördert.

 

In Richtung dieser Quadranten kann der therapeutische Prozess durch Methoden der Aufmerksamkeitsfokussierung (Schmidt, 2015, S. 180–183) z.B. durch die Auswahl der angebotenen Interventionen, gelenkt werden, wie auch anhand der Fallbeispiele im nächsten Kapitel gezeigt werden wird.

 

 

Bandura, A. (1977). Self-Efficacy: Toward a Unifying Theory of Behavioral Change. Psychological Review, 84, 191–215.

 

Dietrich, DJ. (2016). Ego-States und die Freundschaft mit sich Selbst. Familiendynamik, 80-92.

 

Franke, A., & Antonovsky, A. (1997). Salutogenese: Zur Entmystifizierung der Gesundheit. (N. Schulte, Übers.) (1. Aufl.). Tübingen: dgvt-Verlag.

 

Grawe, K. (2004). Neuropsychotherapie (1., Aufl.). Göttingen: Hogrefe Verlag.

 

Schmidt, G. (2015). Liebesaffären zwischen Problem und Lösung. Hypnosystemisches Arbeiten in schwierigen Kontexten (6. Aufl.). Heidelberg: Carl Auer Verlag.