Über Ego-States:

 

Energien der Persönlichkeit, die aus der Interaktion mit der Umwelt entstanden sind und oft der Notwendigkeit entspringen, Konflikte zu bewältigen. Sie sind kreative Ausgestaltungen des Gehirns als auch der Persönlichkeit im Bemühen des menschlichen Organismus, durch die Welt zu kommen, in der er lebt. Jeder Ich-Zustand besitzt seine eigenen, relativ überdauernden Affekte, Körperempfindungen, Erinnerungen, Fantasien und Verhaltensweisen und er hat auch seine eigenen Wünsche, Träume und Bedürfnisse. Ich-Zustände stehen in ähnlicher Beziehung zueinander wie Familienmitglieder. Obgleich sie voneinander getrennt sind, tauschen sie doch Informationen aus, stehen in ständiger Kommunikation, weisen sich Rollen zu, verfolgen gemeinsame Projekte, Zwecke und Ziele. Wie in Familien kann es auch hier Grüppchen und Allianzen geben und ebenso Feindseligkeiten und Konflikte.

 

Frederick, 2007

 

Ego-States

 

Ego-States, oder auf Deutsch Ich-Zustände (Watkins & Watkins, 2012) sind eine Beschreibung der Teilpersönlichkeiten von uns, zu denen wir werden, wenn wir durch die Aktivierung von Erlebnisnetzwerken unterschiedliche Rollen einnehmen.

 

Auch Sie nehmen z.B. je nach sozialer Situation unterschiedliche Rollen ein und zeigen dabei verschiedene Fassetten ihres Selbst. Sie werden gegenüber Ihrem Partner andere Aspekte von sich zeigen, als gegenüber ihrem Chef und wiederum andere als gegenüber ihrer Freundin oder ihrem Kind. Diese unterschiedlichen Rollen, die Sie einnehmen, sind kreative Lösungen des menschlichen Organismus, um Ihre Grundbedürfnisse (Grawe, 2004) in einer möglichst optimalen Weise zu gewährleisten (Fritzsche, 2014).

 

In der Begegnung mit Ihren eigenen inneren Anteilen, können Sie zunächst lernen, wie Sie diese wahrnehmen können und wie Sie sich mit Ihren ressourcenreichen Ego-States verbinden können. Aus der Perspektive Ihres erwachsenen und kompetenten Anteils können Sie dann nach einem nach einem für Sie stimmigen Platz und einer stimmigen Funktion für andere Anteile suchen.

 

Durch das Kennenlernen Ihrer inneren Anteile, das Verstehen ihrer Funktion werden die „guten Gründe“ deutlicher, wofür sie sich so verhalten, wie sie sich verhalten und Sie können Ihre Ressourcen, die in Ihren Anteilen angelegt sind, nutzen, um neue Perspektiven und Lösungen in sich zu finden.

 

 

Fritzsche, K. (2014). Praxis der Ego-State-Therapie (2. Aufl.). Heidelberg: Carl Auer Verlag.

 

Grawe, K. (2004). Neuropsychotherapie (1., Aufl.). Göttingen: Hogrefe Verlag.

 

Watkins, J. G., & Watkins, H. H. (2012). Ego-States - Theorie und Therapie: Ein Handbuch (3., unveränderte Auflage.). Heidelberg: Carl Auer Verlag.