Wer bei sich selbst nicht zuhause ist, ist nirgendwo zuhause.

 

Peter Horton

 

Die Freundschaft mit sich Selbst

 

Um die Freundschaft mit sich selber zu verstehen, ist es zunächst sinnvoll sich mit der Freundschaft allgemein zu beschäftigen. Wahre Freundschaft wird bereits von Aristoteles im 4. Jahrundert vor Christus von der Nutzenfreundschaft und der Lustfreundschaft als die Freundschaft abgegrenzt, in der zwischen zwei Menschen eine wechselseitige Zuwendung besteht um ihrer selbst willen (Schmid, 2008). Solche freundschaftlichen Begegnungen mit anderen Menschen können sehr heilsam sein.

 

Ein selbstfreundschaftlicher Selbstumgang wird als die Fähigkeit verstanden, mit dem Selbst, seinen Eckpunkten und den Ich-Zuständen wertschätzend umzugehen. Wahrhaft selbstfreundschaftliche Menschen, könne auch dann freundschaftlich mit sich umgehen, wenn sie sich gerade nicht impathisch sind (Dietrich, 2016).

 

Angelehnt an Aristoteles schreibt Schmid (2008, S. 217), dass die der Umgang mit sich selber die wichtigste Voraussetzung für jede Beziehung zu anderen, insbesondere für die Beziehung der Freundschaft und der Liebe ist. Ein Mensch, der seine inneren Verhältnisse nicht geklärt habe, sei viel zu sehr mit sich beschäftigt, als dass er sich anderen zuwenden könne. Die Selbstbeziehung im Modus der Selbstfreundschaft vermittle die Ressourcen auf andere zuzugehen und für sie dazu zu sein, da durch das Fehlen des unmittelbaren Eigeninteresses das Selbst frei ist und die Beziehungen an Reichtum gewinnen. Dieser Reichtum komme dem Selbst wieder zugute, denn innerlich reich wird das Selbst nicht durch sich selbst, sondern durch andere.

 

Dietrich, DJ. (2016). Ego-States und die Freundschaft mit sich Selbst. Familiendynamik, 80-92.

 

Schmid, W. (2007). Mit sich selbst befreundet sein: Von der Lebenskunst im Umgang mit sich selbst (8. Aufl.). Berlin: Suhrkamp Verlag.

 

Schmid, W. (2008). Mit sich selbst befreundet sein. Von der Lebenskunst im Umgang mit sich selbst. Aufklärung und Kritik, Sonderheft(14).