Man kann die Welt nur nach dem verstehen, was man erlebt.

 

(Antoine de Saint-Exupéry)

Hypnosystemische Methoden

 

Die Kraft innerer Bilder nutzen

Bei den hypnosystemischen Methoden werden aufbauend auf die Systemik, Methoden aus der ressourcenorientierten Hypnotherapie Milton Eriksons integriert (Schmidt 2015). Es wird dadurch die Kraft innerer Bilder nutzbar.

 

Der Begriff der Hypnose wird hier als der Weg in eine Trance verstanden. Im Gegensatz zum früheren Verständnis und zu den in Filmen oftmals dargestellten Methoden der Bühnenhypnose, wird bei der Anwendung der Hypnose nicht das bewusste Denken ausgeschaltet, sondern Unwillkürliches dem Bewusstsein zugänglich und somit gestaltbar gemacht (Leeb u. a., 2011).

 

Selbsthypnotische Fähigkeiten stärken

Trancephänomene werden aus hypnosystemischer Sicht als alltäglich ablaufende Prozesse verstanden und Sie können lernen, für Sie hilfreiche Trancezustände durch selbsthypnotische Fähigkeiten gezielt auszulösen, zu gestalten und zu beenden. Eine Alltagstrance besteht aus unbewusst ablaufenden Gedankenketten und damit verbundenen Gefühlen, durch die Sie sich in innere Bilder und Erlebensweisen hineinhypnotisieren. Es handelt sich bei Trancen um Zustände, in denen unwillkürliche Prozesse in Ihrem Erleben vorherrschen und Ihre Stimmung bestimmen.

 

Um Ihr Erleben in eine für Sie günstige Richtung steuern zu lernen, benötigen Sie die Fähigkeit der Selbsthypnose, die ihnen hilft, Ihre Denk-, Fühl- und Verhaltensprogramme und damit verbunden Ihre Erlebnisnetzwerke gezielt zu aktivieren.

 

Ihr Gehirn lernt

Durch die zeitlebens vorhandene Plastizität, also die Anpassungsfähigkeit des Gehirns, können sich Erlebensnetzwerke durch neue Erfahrungen verändern. Die Hebb’sche Regel (dargestellt z.B. in Spitzer, 1996) aus der Neurobiologie besagt, dass Hirnzellen auch Neuronen genannt, die zusammen aktiv sind, sich immer stärker verbinden und Zellen die sich stärker miteinander verbinden, immer öfter zusammen aktiviert werden. Das Gehirn schafft durch die Erfahrungen des Menschen also Verbindungen, die immer stärker werden, je öfter Menschen ähnliche Lernsituationen erleben.

 

Das Hebb’sche Gesetz stellt die neurobiologische Basis der Wirksamkeit der hypnosystemischen Methoden dar. Durch hypnosystemische Interventionen werden neue Lernerfahrungen angeregt und Erlebnisnetzwerke können sich verändern und neu verknüpfen. So kann der Zugriff auf Ressourcen des Gehirns gelernt werden.

 

 

Leeb, W. A., Trenkle, B., & Weckenmann, M. F. (2011). Der Realitätenkellner: Hypnosystemische Konzepte in Beratung, Coaching und Supervision (1., Auflage). Carl Auer Verlag.

 

Schmidt, G. (2015). Liebesaffären zwischen Problem und Lösung. Hypnosystemisches Arbeiten in schwierigen Kontexten (6. Aufl.). Heidelberg: Carl Auer Verlag.

 

Spitzer, M. (1996). Geist im Netz: Modelle für Lernen, Denken und Handeln (EA,). Berlin: Spektrum Akademischer Verlag.