ITPB -

Institut für Traumpädagogik und -Beratung

Hauptstrasse 153

4565 Recherswil

 

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Weiterbildung in Traumazentrierter Fachberatung /

Traumapädagogik

Nach den Richtlinien der DeGPT und BAG Traumapägdagogik

 

Konkrete Informationen zur Weiterbildung September 2017 bis Juni 2018

 

Traumapädagogik/Traumazentrierte Fachberatung will die individuelle und soziale Stabilisierung ermöglichen: als Voraussetzung für eine angstfreie und sozial integrierte Alltagsbewältigung und Grundlage jeder weiteren Traumaverarbeitung. Sie findet z.B. in Beratungsstellen, in der Jugendarbeit, in Kliniken, Krisendiensten oder Frauenhäusern, in Kinderheimen, Wohngruppen, Schulen oder Familienhilfe statt. Die Weiterbildung vermittelt Skills für einen ressourcenorientierten Umgang und unterstützt die Teilnehmer darin mit den Herausforderungen der Begleitung umzugehen.

 

Die Weiterbildung am ITPB setzt dabei einen Schwerpunkt auf systemischen Konzepte, Ego-State-Methoden, hypnosystemische imaginative Techniken und die Förderung einer vertrauensvollen Beziehung.

 

Die Zertifizierung durch die deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatherapie (DeGPT) nach den neuen Richtlinien Richtlinien von 2017 DeGPT / BAG TP wird schnellstmöglich beantragt.

 

Die Weiterbildung am ITPB ermöglicht sowohl den Abschluss in Traumapädagogik, als auch in Traumazentrierter Fachberatung oder den Doppelabschluss.

 

Hinweise:

Die erste Block der Weiterbildung kann auch einzeln (auch an anderen Instituten unter Leitung von Daniel Dietrich) gebucht werden, ab dem zweiten Block bleibt die Weiterbildungsgruppe unverändert (z.B. am Ausbildungsinstut Meilen in Zürich, am IFS in Essen, am Tandem Institut in Freiburg oder am Hamburgischen Institut für systemische Weiterbildung).

 

Kursleitung und Supervision:

Dr. med. Daniel Dietrich &

Nicole Gnägi Dietrich, M.A.

 

Informationsabende (jeweils im Anschluss an die Vortragsabende des ITPB):

Freitag 27. Januar 2017 ab 20.15

Freitag 5. Mai 2017 ab 20.15

Freitag 1. September 2017 ab 20.15

Wir freuen uns über Ihre Anmeldung.

 

Teilnahmeinformation

    Weiterbildungsgruppengröße:

        max. 24 Teilnehmer/innen

    Kursort:

        ITPB, Recherswil

    Anmeldung:

        Die Anmeldung erfolgt schriftlich, per Fax oder Buchungsformular.

 

Zielgruppe:

Die Weiterbildung richtet sich an interessierte Fachkräfte, die einerseits an einer Reflexion ihrer Rolle als Pädagoge/in, Berater/in oder Therapeut/in, als auch an einer Erweiterung ihrer methodischen Möglichkeiten interessiert sind.

 

Teilnahmevoraussetzungen:

LehrerInnen und KindererzieherInnen (HF), HeilpädagogInnen, HeilerzieherInnen (HF), Sonder-PädagogInnen, LogopädInnen, ErgotherapeutInnen, Hebammen, dipl. Pflegefachkräfte (HF oder FH), darüber hinaus AbsolventInnen von Fachhochschulen (FH) oder höherer Fachschulen (HF) wie dipl. SozialarbeiterInnen und dipl. SozialpädagogInnen, dipl. HeilpädagogInnen, ferner HochschulabsolventInnen (= AbsolventInnen von Universitäten und Fachhochschulen) mit psychologischen, pädagogischen und verwandten Abschlüssen, z.B. Master oder Lizenziat in Psychologie, dipl. PsychologInnen HAP/FH, ÄrztInnen, TheologInnen und SoziologInnen.

 

Sowie bei Abschluss eine zumindest dreijährige Berufserfahrung in einem relevanten Praxisfeld für alle Berufsgruppen (dazu zählen auch Praktika und Anerkennungsjahre)

 

Inhalte der einzelnen Blöcke:

 

Block 1 (25UE)

Ego-States, imaginative Methoden und Systemik

Das Modell der Ego-States („Anteile“) nutzen. Imaginative Techniken flexibel einsetzen lernen. Praktische Anwendung von stabilisierende Methoden der Ego-States, teilweise verbunden mit Imaginativ-hypnotherapeutische Techniken (z.B. sicherer und handlungsfähiger Ort (Reddemann), Externalisierungstechniken von Symptomen mit Symbolen im Raum und imaginativ (Gunther Schmidt), Imaginatives Pendeln im Körper zwischen Symptomregionen, Verankerung von positiven real erlebten Zuständen auf allen Sinneskanälen, Skulpturen mit Symbolen oder Stellvertretern verwenden um innere Systeme (Ego-States)  räumlich darzustellen, Begegnung mit dem Zukunfts-Ich. Methoden der Achtsamkeit zur Verbesserung der Selbstwahrnehmung (z.B. Body-Scan, Selbstfürsorge, somatischen Marker verstehen lernen, Körperübungen, Pendeln im Körper zur Harmonisierung. Strategien zur Förderung eines positiven Selbstumgangs. Grundstrategien bei psychosomatischen Symptomen und Informationen und spezifische Interventionen bei z.B. negativen Auswirkungen von Stress, Psychoneuroendokrinologie, Bluthochdruck, chronischen Schmerzen oder Schlafstörungen.

 

Block 2 (18 UE und 8 UE Supervision)

Trauma – was ist es? Und was tun hilfreiche Helfersysteme?

Trauma – eine vielschichtige Herausforderung: Definition, Neurobiologie, Klassifikation, spezifische Traumatisierungen. Auswirkungen von Traumata: Traumafolgeerkrankungen und Komorbiditäten, Resilienz und Salutogenese. Konzepte der Traumazentrierten Fachbereiche: Traumapädagogik, Traumaberatung, Traumatherapie. Institutionelle Bedingungen für traumaspezifische Arbeit. Möglichkeiten und Restriktionen des eigenen Arbeitsplatzes.  Wie schaffe ich Transparenz in einer traumaspezifische Begleitung?

 

Block 3 (18 UE und 8 UE Supervision)

Wege und Methoden traumaspezifischer Prozesse / soziale Stabilisierung

Aufbau der Zusammenarbeit in Pädagogik, Beratung und Therapie: Das Phasenmodell der Behandlung. Beziehungsaufbau und -gestal­tung, Traumaspe­zifische Anamnese, Traumaspezifische Diagnostik, Prozessplanung (bei akuter, sin­gu­lärer und komplexer Trau­ma­ti­sierung. Strategien zur Förderung der Selbstermächtigung: Selbstwahrnehmung, Selbstkon­trol­le, Selbstwirksamkeit. Methoden und Rahmenbedingungen wie soziale Stabilisierung gelingt.

 

Block 4 (18 UE und 8 UE Supervision)

Umgang mit komplexen Situationen und Krisen

Kindheitstrauma und wie sie sich auf Bindung und Entwicklung auswirken. Besondere Herausforderungen in der Pubertät. Möglichkeiten und Grenzen psycho­trau­matologischer Beratungsprozesse und pädagogischer Einflussnahmen. Kriseninterventionen bei dissoziativen Zuständen, selbstschädigendem und suizidalem Verhalten, z.B. Tresortechnik, Bildschirmtechnik, Körperübungen. Unterstützung und Begleitung spontaner Traumaverarbeitungsprozesse.

 

Block 5 (32 UE)

Praxis, Reflexion und Selbsterfahrung

Voraussetzungen und Möglichkeiten der interaktionellen Elemente der Stabilisierung: Mein Gegenüber und ich in Beziehung. Mentalisieren fördern für eine gute Begleitung. Reflexion der eigenen beruflichen Rolle in Bezug auf Biografie und Gegenwart. Anhand eigener Fälle und Erfahrungen an Feedback wachsen. Einen Umgang mit Leid, Ohnmacht, Wut, Hilflosigkeit und eigener Begrenztheit finden. Vorstellung eines eigenen Falles, der eigenen beruflichen Entwicklung und der entstandenen Haltung. Einen Raum für Trauer, Abschied und Neubeginn schaffen. Das Wachsen von Neuem aus dem Leid. Wie Sinn entsteht.

 

Block 6 (30 UE)

Schwerpunkt Traumazentrierte Fachberatung)

Spezifische Konzepte und Methoden der Traumaberatung. Methoden der Auftragsklärung. Modelle und Methoden der traumaspezifischen Behandlungsverfahren und was Traumapädagogen und Traumaberater davon nutzen können, z.B. von den psychodynamischen Verfahren (z.B. PITT nach Reddemann), von den traumaspezifischen kognitiven Verfahren, von den hypnosystemischen Methoden, von der DBT nach Linehan, vom EMDR nach Shapiro. Die Auswirkungen von kognitivem Funktionsniveau, Gender, Alter und kulturellem Hintergrund auf den Beratungsprozess. Besonderheiten bei der Sucht- und Drogenberatung, bei Erziehungs- und Familienberatung, Paarberatung, bei der Migrationsberatung und bei der Schwangerschaftsberatung.

 

Block 7 (30 UE)

Schwerpunkt Traumapädagogik

Spezifische Konzepte und Methoden der Traumapädagogik in verschiedenen Handlungsfeldern. Die Pädagogik des sicheren Ortes. Die Selbstermächtigung als Metaziel, systemische Aspekte der Traumapädagogik. Entwickeln einer traumasensiblen pädagogischen Haltung. Der Einfluss von Bindung und Beziehung.

 

Literaturarbeit in Eigenarbeit (32 UE)

Pflichtlektüre für die Weiterbildung:

"Traumafachberatung, Traumatherapie & Traumapädagogik" von U.Beckrath-Wilking, M. Biberacher, V. Dittmar und R. Wolf-Schmid.

Alternativ: "Verkörperter Schrecken" von Bessel von der Kolk und "Systemische Traumapädagogik" von Renate Jegodtka und Peter Luitjens.

 

    Zusätzlich Empfehlenswert:

    "Systemische Traumatherapie: Konzepte und Methoden für die Praxis" von Reinert Hanswille und

    Anette Kissenbeck

    "Traumatischer Stress in der Familie" von Koriktko und Pleyer.

 

Intervision (32 UE)

Treffen in Kleingruppen, in denen in Eigenarbeit die Methoden geübt werden können und die Theorien reflektiert.

 

Abschluss

Voraussetzung für die Zertifizierung:

  • Teilnahme an allen Kursblöcken, Intervisions- und Supervisionstreffen
  • Fallvorstellungen: Konform mit den Anforderungen der DeGPT verfassen die Teilnehmer/-innen im Verlaufe des Aufbaukurses drei Fallvorstellungen, die ihre eigene Arbeitsweise mit Menschen mit Traumaerfahrungen abbildet und reflektiert (ein Schema dazu wird zu Beginn des Aufbaukurses abgegeben).
  • Zwei der drei Fälle werden mündlich vorgestellt. Einer im Verlauf des Aufbaukurses, ein zweiter als Abschlussarbeit (auch mit Originaldokumenten des Begleitungs-Prozesses) beim Abschlusskolloquium.
  • Erfolgreiche Teilnahme am Abschlusskolloquium

 

Die Zertifizierung durch die deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatherapie (DeGPT) und die BAG Traumapädagogik ist in Arbeit.

 

Zeitlicher Rahmen

  • 21 Kurstage in 7 Blöcken für den Doppelabschluss Traumapädagogik und Traumazentrierte Fachberatung (138 UE Theorie/Methodik, 32 UE Selbsterfahrung, 24 UE Supervision, gesamt 194 UE). Bei Abschluss in Traumapädagogik oder Traumazentrierter Fachberatung 30 UE Theorie weniger.
  • Intervision in Eigenorganisation (32 UE)
  • Literaturarbeit (32 UE)
  • Praxisnachweis (Fallvorstellungen - siehe "Abschluss")

 

Verpflegung

Wir bieten eine Pausenverpflegung und einen kleinen Mittagsimbiss an. Der Mittagsimbiss kostet einen Beitrag von 7 CHF und benötigt eine Anmeldung.

 

Zusätzliche Informationen

Bei erfolgter Teilnahme am HISW oder am Ausbildungsinstitut Meilen am Workshop: „Einführung in die Ego-States“ unter Leitung von Dr. med. Daniel Dietrich können Teilnehmer direkt in den zweiten Block der Weiterbildung einsteigen.

 

Das ITPB behält sich prozessorientierte Änderungen im Ablauf vor.